Das Schild der Claudia

Von Füssen bis Ehrwald

Wie in meinem Beitarg Via Claudia Augusta 2025 schon beschrieben, hatte ich die Idee schön länger im Kopf. Dieses Jahr lagen die Feiertage und die Wetterprognose also günstig und damit starte ich das (kleine) Abenteuer – alleine mit dem Rad nach Bozen.

Am 1. Mai geht es noch mit dem Auto nach Füssen im Allgäu. Zum Glück sind wir früh dran, der Verkehr wird an diesem langen Wochenende noch ganz schön zunehmen. Der eigentliche Startpunkt, den ich mir in Komoot festgelegt hatte, am Festspielhaus in Füssen, geht dann vor Ort doch nicht. Die Parkplätze sind alle beschrankt und kostenpflichtig. Damit also nochmal eine kleine Runde gedreht und bei einem Supermarkt auf den Parkplatz.

Nachdem ich das Rad abgeladen und alle Taschen soweit verstaut hatte, ging es dann endlich los. Mit dem eBike erst einmal gemütlich durch Füssen und in Richtung Lech. Direkt am Ortsende von Füssen dann gleich das erste Highlight – der Lechfall mit der davor liegenden Schlucht. Über die Maximilian-Steg kann man das Schauspiel gut beobachten, schöne Fotos machen und den nahe liegenden Gedenkstein der Via Claudia besuchen. Das war sozusagen mein interner Start.

Von hier muss man wenige Meter auf der Landstraße mit dem Rad fahren. Ab dem Parkplatz des Walderlebniszentrums geht dann ein wunderschöner Radweg los. Der Radweg trifft mit der Lechbrücke dann wieder auf die Bundesstraße, die in Richtung Fernpass geht. Hier sehe ich schon die KFZ-Schlange, die sich ins Tal schlängelt. Zum Glück habe ich freie Fahrt und kann gemütlich die alte Landstraße entlang in Richtung Reutte radeln. Der Radweg verläuft hier immer mal wieder auf der Landstraße oder paralell über Forst und Landschaftwege. Aber immer perfekt ausgeschildert.

Nach einer halben Stunde erreiche ich die erste “Bergetappe”. Der Kniepass heißt zwar “Pass” ist aber eigentlich nur ein kurzes Stücke den Berg hinauf. Mit Elektro-Unterstützung absolut kein Problem.

Die folgende Abfahrt ist aber trotzdem deutlich einfacher und macht auch mehr Spaß. So langsam habe ich mich auch an das zusätzliche Gewicht der Satteltaschen und des Rucksackes (der aber auf den Taschen fixiert ist) gewöhnt und ich kann die Fahrt und das Wetter immer besser genießen.

Kurz vor Reutte unterquere ich nochmal die Bundesstraße und fahre über Wohngebiete und ein kleines Sport- und Industriegebiet nach Reutte rein. Der Ort ist auch schnell durchquert und bevor ich weiter Richtung Heiterwang und Fernpass fahre, mache ich ich einen Stopp an der Highline179 – die Hängebrücke, die sich hier in 114m Höhe über das Tal spannt. Die Brücke verbindet auch das Fort Via Claudia mit der Burg Ehrenberg.

Ein Besuch der Brücke ist absolut zu empfehlen. Man kann bequem unten parken und mit einem Schrägaufzug bis zur 1. oder dann sogar 2. Etappe (und Gipfel) fahren. Die Fahrt mit dem Schrägaufzug kostet 9 € und der Eintritt auf die Brücke nochmal 10 € (diese Preise waren Stand Mai 2025 – aktuelle Preise findet man aber auf der Homepage).

Die Verbindung vom Parkplatz Highline bis vor Heiterwang ist wahrlich keine schöne Strecke. Trostloser, grober Schotter macht das radeln sehr schwer und landschaftlich ist das wirklich nicht schön. Aber das betrifft ja nur ca 1-2 Kilometer. Ich weiche hier von der eigentlichen Route ab und fahre einen Abstecher zum Heiterwanger-See. Eigentlich möchte ich hier eine Pause einlegen und etwas essen. Aber die frühe Jahreszeit macht mir einen Strich durch die Rechnung. Kiosk und Gaststätte haben noch geschlossen…. Trotzdem mache ich eine kleine Pause und setze mich an den See mit einem wunderschönen Ausblick.

Von hier ab geht der Radweg immer an den Bahnlinien entlang. Ohne große technische Anforderung und ohne Steigungen geht es zwischen Wiesen und Weiden in Richtung Zugspitzgebiet. Schon früh merke ich, dass meine Zeitplanung deutlich zu pessimistisch war und ich viel früher in Ehrwald ankommen werde.

Gegen 15 Uhr bin ich schon in Ehrwald und fahre zu meiner Pension. Das Rad kann ich dort wunderbar im Schuppen verstauen und mich auf dem Zimmer frisch machen. Da ich bis zum Abend noch einiges an Zeit habe, beschließe ich meinen Urlaubtag in Ehrwald bei einem Aperol Spritz zu genießen und mich auf die nächste Etappe – Fernpassüberquerung zu freuen.

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